Die Ölpreise sind deutlich gefallen, nachdem die USA und der Iran am Wochenende erklärt hatten, eine erste Vereinbarung zur Beendigung des Krieges und zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus erzielt zu haben. Brent und WTI rutschten zum Wochenstart auf den tiefsten Stand seit März ab.
Nach Angaben des pakistanischen Premierministers, dessen Land als Vermittler zwischen den Konfliktparteien fungiert hatte, werden die USA und der Iran in Genf eine Absichtserklärung unterzeichnen. Der iranische Vizeaussenminister Kazem Gharibabadi erklärte, der Wortlaut der Vereinbarung werde erst nach der Unterzeichnung veröffentlicht.
Während Trump die Einigung mit den Worten «Lasst das Öl wieder fliessen!» begrüsste, reagierten Händler und Analysten deutlich zurückhaltender. Sie verwiesen auf fehlende Details zum Abkommen, die Herausforderungen für die Schifffahrtsbranche bei der Wiederaufnahme der Durchfahrt durch die Strasse von Hormus sowie den langen Zeitraum, der erforderlich sei, um die Ölproduktion wieder hochzufahren. Schon in den letzten Wochen und Monaten hatten die Produzenten in der Region immer wieder gewarnt, dass eine vollständige Wiederherstellung der Fördermengen aufgrund technischer und geologischer Schwierigkeiten sowie infrastruktureller Schäden mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte. Auch dürften einige Hindernisse zu überwinden sein, bis der Verkehr durch die Strasse von Hormus vollständig wieder aufgenommen werden kann. So müssen aktuell in der Meerenge noch Minen geräumt werden. Zudem bleibt abzuwarten, wie bereitwillig der Iran auf sein zuletzt schon recht weit vorangetriebenes Mautsystem verzichten wird.
