Die Ölpreise befinden sich aktuell wieder auf dem Niveau, das sie vor dem Ausbruch des Golfkrieges Ende Februar hielten. Die Lage am Persischen Golf bleibt allerdings labil, und sie ist nicht die einzige Herausforderung für die Mineralölwirtschaft.
Im weiteren Verlauf könnten die Preise wieder etwas stärker auf Schlagzeilen bezüglich der Strasse von Hormus reagieren, nachdem es am Wochenende aufgrund von Angriffen auf ein Container-Schiff und einen Öltanker wieder zu einem Schlagabtausch zwischen den US-Streitkräften und den iranischen Revolutionsgarden kam. Zwar hat man sich mittlerweile darauf geeinigt, die Waffen wieder ruhen zu lassen, vertrauenserweckend sind derlei Zwischenfälle für Käufer, Reedereien und Versicherungen allerdings nicht.
Der Ölmarkt bleibt nach wie vor erheblichen Risiken für Preisanstiege ausgesetzt, sollte sich herausstellen, dass sich das Angebot nur langsam erholt. Der Streik an der Antwerpener Raffinerie von ExxonMobil, der in dieser Woche abgehalten wird, oder ein vollständiges Diesel-Exportverbot Russlands, sind weitere potenziell preistreibende Faktoren. Mittlerweile musste Präsident Putin offiziell eingestehen, dass es am russischen Treibstoffmarkt Angebotsengpässe gibt und ein vollständiges Exportverbot für Diesel zur Debatte stehe. Nachfrageseitig bleibt derweil abzuwarten, wie sich die US-Nachfrage in der diesjährigen Fahrsaison noch entwickeln wird und wie lange die Nachfrage Chinas noch gemässigt bleibt.
