Die Akteure der Wasserstoffmobilität sind daran, eine weitere Hürde zu nehmen.

Wenn man ihn fragt, ob es mit der Wasserstoffmobilität bereits hapert, zeigt sich Rolf Huber zuversichtlich. Der Verwaltungsratspräsident der H₂ Energy AG sagt: «Schon dieses Jahr wird Hyundai Wasserstoff-LKW in die Schweiz liefern. In den nächsten Jahren mindestens 1000. Das ist weltweit einmalig und wird die Basis für einen wirtschaftlich nachhaltigen Aufbau einer Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur, die dann unmittelbar die Nachfrage nach Wasserstoff-PKW stimulieren wird.»

Vor zwei Jahren eröffnete Coop die erste öffentliche Wasserstofftankstelle der Schweiz. Rolf Huber zieht aus dieser Erfahrung eine positive Bilanz: «Der Chauffeur des Wasserstoff-Lastwagens, der derzeit unterwegs ist, ist sehr positiv eingestellt. Wasserstoff hat definitiv das Potenzial, die Dieselflotten vollständig zu ersetzen.»

Interesse der Unternehmen steigt

Coop ist nicht mehr der einzige Marktakteur, der diese Energie anbieten will. Im Mai 2018 wurde der Förderverein H2 Mobilität Schweiz gegründet. Die Mitglieder sind namhafte Unternehmen wie Agrola, Avia, Coop, Coop Mineraloel, Emil Frey Group, Fenaco, Migrol, Migros, Shell und Socar. Sie beabsichtigen, bis 2023 ein flächendeckendes Wasserstofftankstellennetz in der Schweiz zu errichten.

Jörg Ackermann, Präsident des Fördervereins H2, erklärt Petrosphäre, wie man wirtschaftlich H₂-Tankstellen betreiben kann: «Der Schlüssel für eine wirtschaftlich vertretbare Skalierung des Netzes sind Wasserstoff-Lastwagen. Mit dem Wasserstoffverbrauch von zehn LKW pro Jahr kann eine H₂-Tankstelle bereits wirtschaftlich betrieben werden.»

Hyundai plant Offensive in der Schweiz

Derzeit entwickelt Hyundai Lastwagen mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb für den Schweizer Markt. Laut Jörg Ackermann werden «die ersten Fahrzeuge Ende 2019/Anfang 2020 in Verkehr gebracht. Danach werden grössere Serien verfügbar sein.»

 

 

Bis 2023 sollen Hyundai und H₂ Energy 1000 schwere Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Elektro-Antrieb einführen. Parallel dazu und abgestimmt auf den Bedarf stellen die Unternehmen des Vereins H2 die nötige Tankstellen-Infrastruktur und den Treibstoff durch die Firma Hydrospider AG bereit.

Bund sieht die Vorteile

Auch Christoph Schreyer, Leiter Mobilität beim Bundesamt für Energie, anerkennt die Vorteile der Wasserstoffmobilität: «Brennstoffzellensysteme mit Wasserstoff erreichen deutlich höhere Energiedichten als batterieelektrische Systeme. Damit kann der Wasserstoffmobilität (mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen) in Teilbereichen der Mobilität – insbesondere bei schwereren Fahrzeugen mit grösserer Reichweite sowie für den Einsatz bei Bussen und Lastwagen – eine Bedeutung zukommen.»

Der Aufbau der Wasserstoffmobilität in der Schweiz soll aber eine rein privatwirtschaftliche Initiative bleiben. Für Rolf Huber erreicht man somit eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit, die mit Subventionen kaum zu finanzieren und nicht möglich wäre.

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