Das Warten auf die Covid-Impfung – und den Entscheid der Opec.

In der ersten Wochenhälfte dürfte die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die Sitzung des Joint Ministerial Monitoring Committee der OPEC+ gerichtet sein. Das Gremium wird morgen Dienstag tagen. Es gibt der Opec+ Empfehlungen im Hinblick auf die Produktionspolitik.

Im Oktober waren die Kürzungen strikte eingehalten worden. Angesichts der schwachen Nachfrage und der steigenden libyschen Ölproduktion könnten die Massnahmen nun um drei bis sechs Monate verlängern werden. Auch eine Intensivierung der Massnahme zum Januar 2021 ist nicht ausgeschlossen. «Das Geplapper in Bezug auf OPEC+ wird in den nächsten zwei Wochen (bis zu den OPEC/OPEC+ Vollversammlungen am 30. November und 1. Dezember) immer lauter werden und wird für den Rest des Novembers der Haupttreiber der Ölpreise sein», prognostiziert Howie Lee von Oversea-Chinese Banking Corp. Seiner Ansicht nach fällt ein grosses Risiko für den Ölmarkt weg, wenn in den USA ein landesweiter Lockdown vermieden wird.

Zwar ist die Anzahl der in den USA registrierten Corona-Fälle auf mehr als 11 Millionen gestiegen. Trotzdem gab der Covid-19-Berater von Joe Biden an, die künftige Regierung habe keine Pläne, das Land wieder in einen kompletten Lockdown zu schicken. Mehrere US-Bundesstaaten verschärften jedoch die Eindämmungsmassnahmen wieder. Die Gouverneure einiger Bundesstaaten hielten die Bürger dazu an, zuhause zu bleiben. Diese Massnahmen könnten sich negativ auf die Treibstoffnachfrage auswirken.

Auch in Europa dürfte die Nachfrage nach Treibstoff gemäss Einschätzungen der Analysten der ANZ Bank gesunken sein, weil der Verkehr auf den europäischen Autobahnen in den vergangenen Wochen um etwa 50 Prozent abgenommen hat. Ähnlich wie die IEA rechnen auch die Analysten bei ANZ damit, dass ein Impfstoff gegen Covid-19 auf kurze Sicht noch keine nennenswerten positiven Auswirkungen auf die Ölnachfrage haben wird. Erst im zweiten Halbjahr dürfte ein Impfstoff auch die Nachfrage wieder ankurbeln. Die Analysten halten für das erste Halbjahr 2021 noch einen Anstieg des Überangebots am Ölmarkt auf 1,5 bis 3 Mio. B/T für wahrscheinlich.

Zu diesem Überangebot könnte unter anderem auch die US-Ölproduktion beitragen. Dem Bericht von Baker Hughes zufolge nahm die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in den USA in der vergangenen Woche erneut zu und kletterte damit auf den höchsten Stand seit Mai.

Quellmaterial: Futures-Services Mineralöldienst

16.11.2020

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