Gespanntes Warten auf Meeting der OPEC+.

Das Wetter in den USA normalisiert sich zusehends. Texas taut nach Tagen der zweistelligen Minustemperaturen langsam wieder auf. Dennoch bleiben nach wie vor etwa 4 Mio. B/T an Ölförderung offline, da es mehrere Tage dauern wird, bis die Anlagen auf Schäden überprüft wurden und dann wieder in Betrieb genommen werden können. Experten schätzen, dass die Schadensüberprüfung an den Raffinerien entlang der Golfküste sogar bis zu drei Wochen dauern könnte, da die Ausfälle in der Strom- und Wasserversorgung Probleme bereiten.

«Da etwa drei Viertel der Fracking-Crews aktuell stillstehen, ist die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Wiederaufnahme gering», meinen die Experten von ANZ. «Die Ölpreise werden in der nächsten Woche wahrscheinlich eine erhöhte Volatilität aufweisen», meint Warren Patterson. 

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich jetzt auf die anstehende OPEC+ Vollversammlung. Wie gewohnt überschlagen sich im Vorfeld dieser Veranstaltung die Spekulationen und Gerüchte. Die fast schon traditionelle Uneinigkeit zwischen Saudi-Arabien und Russland kommt nicht unerwartet.

«Eine gewisse Lockerung der Produktionsbeschränkung ist bei der März-Sitzung wahrscheinlich», prognostiziert Bob McNally von Rapidan Energy. «Die echten Verhandlungen müssen aber erst noch starten. Noch steht kein Endergebnis fest.» In der vergangenen Woche hatte allein das Gerücht, Saudi-Arabien könne seine zusätzlichen Förderkürzungen von 1 Mio. B/T schlagartig beenden, für einen Preisrutsch an den Börsen gesorgt.

Zudem kommt es möglicherweise zu einer Annäherung zwischen dem Iran und den USA, nachdem US-Präsident Joe Biden in der vergangenen Woche Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte. Vor diesem Hintergrund ist eine Aufhebung oder zumindest Rückführung der Sanktionen nicht mehr reine Theorie. Somit dürften über kurz oder lang grössere Mengen iranischen Öls freigesetzt werden, die der Markt zusätzlich absorbieren müsste.

Dennoch gehen die meisten Experten nach wie vor von einem Angebotsdefizit in den kommenden Monaten aus. Goldman Sachs hat deshalb seine Preisprognosen für Brent auf 75 Dollar angehoben. Auch bei ANZ sieht man einen Angebotsrückgang: «Längerfristig wird der Rückgang der Investitionsausgaben bei den US-Schieferölunternehmen in diesem Jahr die Bohraktivität gedämpft halten, was dazu führt, dass die Produktion unter dem Niveau vor der Pandemie bleibt.»

Quellmaterial: Futures-Services Mineralöldienst

22.2.2021

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