Der Markt ist immer noch hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen einer deutlichen Nachfrageerholung im zweiten Halbjahr und dem kurzfristig trüberen Nachfrageausblick.

Der Hoffnung auf eine gute Nachfrageentwicklung in den USA, die Ende letzter Woche erneut durch über­zeugende vorläufige Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal untermauert wurde, stehen immer wieder Meldungen aus Indien entgegen. Die heftige zweite Pandemiewelle, mit der sich der drittgrösste Ölkonsument der Welt konfrontiert sieht, versetzt der indischen Nachfrage einen Dämpfer. Dies könnte sich noch verstärken, falls ein nationaler Lockdown verhängt werden sollte. Auf regionaler Ebene haben am gestrigen Sonntag mit Odisha und Haryana zwei weitere Bundesstaaten einen Lockdown angekündigt.

Was das Ölangebot angeht, ist man gespannt darauf, wie sich die Produktionssteigerungen der OPEC+ auf den Markt auswirken werden. Kurz nach dem letzten OPEC+-Entscheid, die Förderung ab Mai hochzufahren, war dies als optimistisches Signal gewertet worden. Es schien, als gehe die Allianz davon aus, dass der Markt das zusätzliche Öl problemlos aufnehmen kann. Allerdings hatte die OPEC+ auch eingeräumt, dass die Entwicklungen in Indien die Nachfrageerholung aus der Spur bringen könnten.

Zudem bleibt die Unsicherheit in Sachen iranischer Ölproduktion. In ersten Schätzungen zur Entwicklung der OPEC-Ölproduktion im April gehen die Analysten davon aus, dass die Islamische Republik ihr Angebot im vergangenen Monat erneut steigern konnte, obwohl die US-Sanktionen gegen das Land noch nicht aufgehoben wurden. Erst gestern Sonntag bestritt die US-Regierung Medienberichte aus dem Iran, wonach es einen Gefangenenaustausch zwischen den beiden Ländern gegeben haben soll, im Rahmen dessen Washington gesperrtes iranisches Vermögen in Höhe von sieben Milliarden Dollar freigegeben habe. «Der Bericht ist leider nicht wahr», erklärte Ron Klain, der Stabschef des US-Präsidenten, gegenüber dem US-Sender CBS. Die Unsicherheiten an den Ölmärkten bleiben bestehen.

Quellmaterial: Futures-Services Mineralöldienst

3.5.2021

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